ÖAK Präsident Dorner, Eva-Maria Baumer von ÖQMed, Gesundheitsminister Alois Stöger, ÖGKV-Präsidentin Ursula Frohner, Patientenanwalt Kalbhenn v.l.n.r.

ÖGKV, 6. November 2009
Pressekonferenz anlässlich des Starts des Österreichweiten CIRS-Pilotprojekts



Als unabhängiger Vertreter der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen ist der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) im ExpertInnengremium des Pilotprojekts für ein Bundesweites Fehlermeldesystem verankert. Durchgeführt wird das Projekt von der Gesundheit Österreich GmbH/BIQG mit der Österreichischen Ärztekammer/ÖQMed.



"Es ist wichtig, jene Faktoren, die zu Fehlern oder beinahe Fehlern führen, zu analysieren und so zu kommunizieren, dass für alle Gesundheitsberufe ein Lerneffekt entsteht", erklärt ÖGKV-Präsidentin Ursula Frohner im Rahmen der Pressekonferenz.



Bei der Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Alois Stöger, Dr. Walter Dorner, Präsident der Österr. Ärztekammer, ÖGKV-Präsidentin Ursula Frohner, Eva-Maria Baumer, Bereichsleiterin BIQG (Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen) und Dr. Erwin Kalbhenn, PatientInnenanwalt, wurde das einjährige Pilotprojekt, das Österreichweit zum Einsatz kommt, vorgestellt.

Presseerklärung des ÖGKV zur Pressekonferenz am 6. November 2009 im Pressezentrum des Sozialministeriums, Wien.


Fehlerkultur verändern - Verantwortung übernehmen


Mit CIRS (Critical Incident Reporting System) ist es möglich, Fehler und beinahe Fehler öffentlich zu dokumentieren. Die Intention ist, dass mit CIRS anderen die Möglichkeit gegeben wird, aus den geschilderten Ereignissen und den eventuell berichteten Problemlösungen zu lernen und die Erkenntnisse für sich selbst oder die Organisation umzusetzen.

CIRS ist eines von vielen Instrumente des Risikomanagements und ersetzt keineswegs eine umfassende Qualitäts- und Risikostrategie, wie sie in Gesundheitseinrichtunge bereits eingesetzt wird.

Wie es funktioniert

CIRSmedical funktioniert über ein datengeschütztes Internetportal und ist von der Website des ÖGKV zugänglich. Es steht allen im Gesundheitswesen tätigen Personen zur Verfügung, ohne spezielle Zugangsbeschränkungen.

Die eingegebenen Meldungen werden an einem in Ausland befindlichen Server gesendet und dort anonymisiert, dh die IP-Adresse des Absenders/der Absenderin wird gelöscht und erst danach von der ÖQMed ebenfalls noch auf diesem Server bearbeitet.

Nach der Anonymisierung leitet die ÖQMed die bearbeiteten Meldungen an CIRS-ExertInnenstellen weiter (Fachgesellschafte, Berufsgruppen). Ausgewählte ExpertInnen also, die einen Fachkommentar zum Fall erstellen. Dieser wird anonymisiert zusammen mit der ursprünglichen Meldung an das BIQG weitergeleitet. Diese prüfen die Meldung hinsichtilch Vollständigkeit, Relevanz etc. bevor sie von der ÖQMed auf www.CIRSmedical.at veröffentlicht wird.

Nutzen für die in der Fachpflege Beschäftigten


CIRSmedical wird in Form einer einjährigen Pilotphase gestartet. Während und im Anschluss daran wird vom BIQG eine Evaluation durchgeführt. Es gilt vorallem  festzustellen, inwieweit das System genutzt wurde und ob es sich als bundesweites Fehler- und Lernsystem eignet.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Frage, welchen tatsätlichen Nutzen die unmittelbar im Gesundheitswesen arbeitenden Berufsgruppen haben.


Weiter Informationen finden Sie auf www.cirsmedical.at