Online-Bücherei des ICHRN wird Mitgliedern zur Verfügung gestellt
4. August 2011
Das Internationale Zentrum für personelle Ressourcen der Pflegeberufe (ICHRN) ist eine kostenlose Einrichtung, die vom ICN entwickelt und geleitet wird. Die online Bücherei verfügt über 800 aktuelle Dokumente, Berichte und Artikel über Pflegepersonalangelegenheiten und ist für Mitglieder des ÖGKV gratis abrufbar.
Weitere Angaben entnehmen Sie bitte dem englischen Text (hier zum DOWNLOAD).
WHO Patient Safety Newsletter
Nr. 5, Oktober 2010
Progress in quality and patient safety: Are we at a tipping point?
Dr Philip Hassen, ISQua President
Are we at a tipping point? Progress in quality and safety achieve-ments is evident on multiple fronts around the globe... mehr
Deutschsprachige ICNP Nutzergruppe
Oktober 2010
Die International Classification of Nursing Practice (ICNP) ist ab sofort üer die Website der WHO abrufbar:www.who.int/classifications/related/en/index.html
Juli 2010
von MMag. Dr. Elisabeth Rappold
Pflege und Hebammen – ein Plus für die Gesundheit
14. Jahrestreffen der EFNNMA und WHO, Sofia 2010
Von 28. bis 30. April 2010 fand in Sofia, Bulgarien das Jahrestreffen der Pflege- und Hebammenverbände und der WHO statt. Das diesjährige Treffen stand im Zeichen der Evaluierung der Münchner Erklärung von 2000 Nurses and Midwives: A Force for Health.
In diesem Jahr wurde das Ergebnis der Evaluierung von 2009[1] sowie die daraus abgeleitete 5-Jahresstrategie[2] für das Pflege- und Hebammenwesen diskutiert.
Das Jahrestreffen besteht aus mehreren Teilen: Für das Gastgeberland werden auf Initiative von Bente Sivertsen, Policy Advicer WHO, Fachworkshops vor dem Treffen organisiert, das Treffen selbst umfasst die Berichtlegung seitens des Steering Committees und die Fachdiskussion zum Jahresthema.
Fachworkshop mit bulgarischen Pflegepersonen und Hebammen
In diesem Fachworkshop wurden von Mitgliedern der Forums (E. Rappold, L. Bondo, F. Day-Stirk und B. Sivertsen) gemeinsam mit Pflegepersonen und Hebammen relevante Themen diskutiert und bearbeitet. Ziel dieses Workshops war mit bulgarischen Pflegenden und Hebammen Möglichkeiten der Weiterentwicklung der Berufe zu diskutieren und Strategien zu entwickeln. Der Workshop für die Gruppe der Pflegenden wurde von E. Rappold und B. Sivertsen geleitet.
Im Zuge dieses Workshops wurden die Ausbildungssysteme von Österreich und Dänemark, ICNP, RN4Cast sowie der globale Standard für Pflegeausbildungen vorgestellt und besprochen. Anhand konkreter Beispiele konnten mit den Kolleginnen in Bulgarien brennende Themen der Gegenwart erarbeitet, priorisiert und ersten Lösungsvorschlägen zu geführt werden.
Es wurde beschlossen, diese Inhalte mit der Bulgarian Association of Health Care Professionals (ist die bulgarische Registrierungsbehörde für Gesundheitsberufe und damit auch der Berufsverband für Pflegende) weiter zu bearbeiten und die Professionalisierung des Pflege- und Hebammenwesens weiter zu entwickeln. Insgesamt nahmen 120 Pflegende und Hebammen an diesem Fachworkshop teil.
14. Jahrestreffen der EFNNMA und der WHO
Das 14. Jahrestreffen, an welchem 13 Nationen teilnahmen, wurde von der bulgarischen Gesundheitsministerin, einer Abgeordneten zum bulgarischen Parlament, einem Vertreter der Ärztekammer, einem Sprecher einer Patientenvereinigung sowie der Präsidentin der Bulgarian Association Health Care Professionals (BHPA), Professorin Markova eröffnet.
In den Eröffnungsstatements wurde die Bedeutung beider Berufsgruppen, nicht nur in Bezug auf den direkten Kontakt mit zu pflegenden Personen, sondern auch als Berufsgruppen die eine zentrale Rolle in der (Weiter)entwicklung einer sicheren und forschungsgestützten Pflege spielen.
Steering Committee 2010
Drei offene Posten im Steering Committee (SC) standen zur Wahl, das neue SC setzt sich wie folgt zusammen:
· Elisabeth Rappold, Chair, Österreich, ÖGKV
· Frances Day-Stirk, Vice-Chair, Großbritannien, The Royal College of Midwives
· Lillian Bondo, Treasurer, Dänemark, National Association of Midwives
· Eva Sommerseth, Norwegen, National Nurses Association
· Milka Vassilieva, Bulgarien, Bulgarian Association of Health Care Professionals
· Sheila Dickson, Irland, National Organization of Nurses and Midwives
· António Manuel V.A. da Silva, Portugal, Ordem dos Enfermeiros
· N.N. Policy Advicer; Nursing and Midwifery WHO/EURO
Veränderungen in der WHO-Europe
Mark Danzon, der die Leitung des WHO-Europe Büros in Kopenhagen für zehn Jahre inne hatte, wurde 2010 von Suzanna Jakab abgelöst. Suzanna Jakab war zuvor Leiterin des EU Büros „European Centre for Disease Prevntion and Control“ (ECDC), Staatssekretärin im Gesundheitsministerium von Ungarn. Die neue Leitung zieht auch Umstrukturierungen in der WHO-Europe nach sich.
Bente Sivertsen, Policy Advicer der WHO für den Bereich Pflege/Hebammen hat ihren Vertrag mit der WHO nicht verlängert, dieser Posten wird in den nächsten Wochen ausgeschrieben werden[3]
59. WHO Regional Committee for Europe
Zu den Aufgaben des Steering Committees zählt auch die Teilnahme am WHO Regionaltreffen. 2009 fand dieses in Kopenhagen statt und L. Bondo wurde von der EFNNMA entsandt. Sie konnte zwei zentrale Anliegen der EFNNMA in das Treffen einbringen und zwar die Themen „Global crisis and Health impact“ sowie „health workforce policies“. 2010 findet dieses Treffen in Moskau statt.
Grundlagenpapier für Twinning
2009 wurde vom Steering Committee ein Grundlagenpapier für „Twinning Programme“ entwickelt, es dient als Basis für die Anbahnung von Kooperationen von Pflege/Hebammenorganisationen zwischen Ländern. In diesem Papier werden einerseits die verschiedenen Möglichkeiten von Twinning vorgestellt, als auch praktische Hinweise zur Umsetzung gegeben.
EFNNMA’s Paper on Twinning
Evaluierung der Münchner Erklärung von 2000
Der fachliche Teil des Treffens setzte sich mit der Evaluierung der Münchner Erklärung und den daraus resultierenden strategischen Zielen bis 2015 auseinander. Die Evaluierung der Münchner Erklärung zeigte, dass sowohl die Situationen von Pflegenden und Hebammen insgesamt in Europe verbessert wurde, aber in den Ländern noch ausreichend Handlungsspielraum für Verbesserungen zu finden ist. Auffallend war, dass Österreich am Ende der europäischen Länder rangiert, wenn es um die formale Anbindung der Pflegegrundausbildung im Bildungssystem geht.
In nahezu allen europäischen Ländern geht mit dem Erwerb der Berufsberechtigung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege ein Bachelor einher.
Aufgrund der Evaluierung wurden folgende Aufgaben als zentral identifiziert und sollen bearbeitet werden:
· Einführung von Strategien zur Personaleinsatzplanung einerseits und zur Entwicklung attraktiver Karrieremöglichkeiten für Pflegende und Hebammen andererseits. Damit soll das Ziel verfolgt werden die Berufe für junge Menschen attraktiv zu machen und Karrieremöglichkeiten für ältere zu schaffen und diese so im Beruf zu halten.
· Flächendeckendes Heben des Niveaus der Grundausbildung für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und für Hebammen in den tertiären Bildungssektor
· Einführen von fortgeschrittenen Praxisrollen für Pflegende (advanced nurse practitioner - ANP) und Hebammen (advanced midwife practitioner - AMP)
· Thematisieren der steigenden Bedürfnissen von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Leiden
· Unterstützen der Entwicklung von Leadership Pflegender und Hebammen, damit diese in der Entscheidungsbildung in allen politischen Ebenen sowie in der Leistungsentwicklung mitwirken
· Stärken der Forschungsaktivitäten von Pflegenden und Hebammen durch entsprechende Qualifikationen und ausreichend Förderangeboten
· Systematische Sammlung, Darstellung und Interpretation der von Pflegenden bzw. Hebammen erbrachten Leistungen bzw. der daraus resultierenden Qualität
Basierend auf diesen Ergebnissen wurden die strategischen Empfehlungen bis 2015 entwickelt. Im Zentrum dieser stehen:
· die Weiterentwicklung der Grundausbildungen (einerseits in Bezug auf die Qualität andererseits in Bezug auf das Ausbildungsniveau)
· die laufende berufliche Entwicklung von Pflegenden und Hebammen
· die Stärkung der fortgeschrittenen Praxisrollen (ANP/AMP)
· die Übernahme von Leadershipaufgaben
· die Kapazitätsentwicklung bei Pflegenden und Hebammen
· die Sicherung evidenz-basierter Pflege
Abschlussstatement
Das diesjährige Statement fokussiert auf das Erreichen der gesundheitsbezogenen Milleniumsentwicklungsziele und der Stärkung der Pflege und der Hebammen in der WHO Europe-Region.
Im Statement wird auch darauf hingewiesen, dass jede/jeder Einzelne einen zentralen Einfluss auf die Gesundheitsergebnisse, auf die Entwicklung von Pflegedienstleistungen hat und daher alle für die individuelle Weiterentwicklung Sorge tragen müssen.
Die nationalen Berufsverbände werden aufgefordert aktiv mit den Regierungen zusammenzuarbeiten, um die gesundheitsbezogenen Milleniumsziele zu erreichen. Sich für die kontinuierliche berufliche Qualifikation sowie die Sicherung einer fördernden Arbeitsumgebung von Pflegenden und Hebammen einzusetzen.
Dazu zählt auch die Unterstützung des lebenslangen Lernens sowie die Entwicklung von Qualitäts- und Leistungsindikatoren mit dem Ziel die Sicherheit von PatientInnen zu verbessern und die erbrachten Leistungen hinsichtlich Qualität zu bewerten.
Mit dem Blick auf Regierungen wird gefordert, die Berufe als zentrale Ressource im Gesundheitswesen anzuerkennen und die dafür notwendige qualifizierte Ausbildung zu gewährleisten. In der Gestaltung des Dienstleistungsangebotes und der Strukturen im Gesundheitswesen mit den Angehörigen der Gesundheitsberufe zusammenzuarbeiten, sowie die Qualität der erbrachten Leistungen durch Kennzahlen abzubilden und im Kontext der Pflege- und Hebammenforschung weiterzuentwickeln.
[1] Nurses and Midwives: A Force for Health – survey on the situation of Nursing and Midwifery in the Member States of the European Region of the World Health Organization, 2009
[2] 10 Years after Munich Declaration – Strategic directions for moving forward from 2010 – 2015 for Nursing and Midwifery in the Member States of the European Region of the World Health Organization
[3] Dieser Posten wird in im Job Center der WHO veröffentlicht: www.who.int/employment/vacancies/en/