Jänner 2011


Die Hauptversammlung LV Niederösterreich mit hochkarätiger Besetzung

Die diesjährige HV des LV NÖ am 05.11.2010 wurde mit einer Fortbildungsveranstaltung, für die kompetente Referenten gewonnen werden konnten, kombiniert.


Fr. Mag. Marianne Kriegl zeichnete ein umfassendes Bild der gegenwärtigen und
zukünftigen Pflegelandschaft seitens der beruflichen Ausbildungsstruktur und den damit zusammenhängenden Veränderungen im Berufsfeld Gesundheits- und Krankenpflege.

Skizziert wurden die Unterschiede der verschiedenen Qualifikationsstufen in den sich
abzeichnenden Teilbereichen der akademisierten Pflege.


Fr. Mag. Dr. Silvia Neumann-Ponesch, MAS, bot tiefe Einblicke in die zu erwartende Auswirkung der Akademisierung auf die Qualität von Pflegeleistungen und die notwendige gesellschaftliche Mitwirkung. Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung ist eine der Aufgaben unserer Berufsgruppe um Lösungen für die Probleme der Zukunft zu finden und Probleme zu beseitigen.


Hr. Dr. Christian Gepart zeigte die Komplexität der gegenwärtigen gesetzlichen Strukturen auf. Um ein juristisch einwandfreies Handeln der Gesundheits- und Krankenpflege zu gewährleisten, müssen Begriffe wie evidenced based nursing für die Pflegekräfte zu nachvollziehbaren und lebbaren Strukturen gewandelt werden.

 

Hr. DGKP David Bayer rundete dieses Bild mit einem Workshop zum Thema „rechtlich
korrekte Formulierungen in der Pflegedokumentation“ ab. Der Schwerpunkt in der
Pflegedokumentation ist nicht mehr der „Rapport“. Durch die flächendeckende Implementierung der Pflegediagnostik und Pflegeplanung entstehen neue  Anforderungen an die pflegerische Verlaufsdokumentation. Zusätzlich wurde – ein gesamtgesellschaftliches Phänomen – der Sicherheitsgedanke immer wichtiger: „Was nicht dokumentiert ist, ist nicht getan!“


In der folgenden Podiumsdiskussion kam die Notwendigkeit einer schärferen Abgrenzung und Wahrnehmung der Verantwortung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege ganz klar zur Sprache. Durch die Möglichkeiten von Delegation und Subdelegation muss unser Tun und Handeln entsprechend strukturiert werden. Unser Handeln zu begründen und nicht mehr auf der Basis von Traditionen anzubieten, ist das Gebot der Stunde. Die Schwierigkeiten, Gesundheits- und Krankenpflege als eine Denkweise, als Idee oder auch als Vorstellung eines eigenständigen, interdisziplinären und wissenschaftsübergreifenden Fachgebietes darzustellen, dürfen uns nicht daran hindern, genau das zu tun. Dass dieser Weg der richtige ist, zeigt sich durch kooperatives Handeln von Pflegewissenschaft und Pflegepraxis.


In der anschließend abgehaltenen Hauptversammlung des NÖ Landesverbandes zog Fr. Michaela Schaller ein Resümee der ersten beiden Arbeitsjahre des aktuellen Vorstandes. Die Neuausrichtung des Landesverbandes und die Einbindung in die Arbeit des Bundesvorstandes nahm entsprechend der vielfältigen Aufgaben viel Vorbereitung in Anspruch. Informationsveranstaltungen in den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen wurden ebenso durchgeführt wie die Teilnahme an Kongressen, Betreuung von Info-Ständen und aktiven Gesprächen innerhalb unserer Interessensgruppen.

Zwei Vorstandsmitglieder sind auch aktiv am Projekt Pflegegeldeinstufung beteiligt. Zusätzlich wurden ausgewählte Projekte von Gesundheits- und KrankenpflegeschülerInnen gefördert.