Anläßlich der Nationalratswahl 2008 wurde an die Gesundheits- und Sozialsprecher der wahlwerbenden Parteien am 12. September 2008 nachfolgender Fragenkatalog übersandt.

Betreff: Nationalratswahl 2008

Jeder Mensch kann von heute auf morgen direkt oder indirekt mit Pflege in Berührung kommen. In den vergangenen Monaten war der Fokus der Diskussionen fast ausschließlich auf die Thematik der 24-Stunden-Pflege und Betreuung gerichtet, also auf 5% der PflegegeldbezieherInnen.

Insgesamt spiegeln sich gerade im sich zunehmend veränderten Tätigkeitsbereich der Pflege umfangreiche soziologische und ökonomische Veränderungen. Lag bislang der Funktionsbereich der Pflegenden hauptsächlich im Krankenhaus mit kurativen Aufgaben, so werden sich künftig Berufsfelder im extramuralen Bereich entwickeln. Als sich bereits jetzt abzeichnende gesellschaftliche Entwicklungen sind hier, unter anderem, die sich verändernden Lebensformen und das längere Leben der Menschen, sowie die vermehrte Erwerbstätigkeit von Frauen und die längere Erwerbstätigkeit insgesamt zu nennen.

Es besteht daher dringender Handlungsbedarf, gemeinsam mit allen Angehörigen der Gesundheitsberufe tragfähige, längerfristige und umsetzbare Konzepte zu entwickeln.

Aus Anlass der kommenden Nationalratswahl und der Brisanz der Thematik, möchte ich daher als Präsidentin des ÖGKV folgende Fragen an Sie richten:

  1. Welche Anreize wollen Sie bieten, um Pflegeberufe attraktiver machen?
  2. In welchem Umfang wollen Sie künftig die beratende Kompetenz der Fachpflege im therapeutischen Team und in der Gesundheitsprävention einsetzen?
  3. 3. Welche Strategien werden Sie entwickeln, um das Angebot an Leistungen der Fachpflege den Menschen besser zugänglich zu machen?
  4. Im internationalen Vergleich wird eine Quote von 10% ausgebildeter Pflegewissenschafter gefordert, das entspräche nach Schätzungen für Österreich einer Zahl von ca. 4. 000 PflegeforscherInnen. Derzeit stehen in Österreich 300 Studienplätze zur Verfügung.Welche Schritte werden Sie zum Aufbau der Pflegeforschung in Österreich unternehmen?
  5. In Österreich gibt es, im Gegensatz zu vielen EU Staaten, bislang kein Melde- und Erfassungssystem für Angehörige der Pflegeberufe. Werden Sie, unter anderem zur Schaffung einer validen Datengrundlage für Pflegeangebots- und Pflegebedarfsplanung die Standeslistenführung für Pflegende gesetzlich verankern?

Wir freuen uns, wenn Sie uns die Antworten bis zum Montag, den 22. September 2008 zukommen lassen.

Wir danken für die Beantwortung der nicht nur für uns sehr wichtigen Fragen, die wir in unserer berufspolitischen Plattform diskutieren werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Frohner e.h.
Präsidentin

 

Nachfolgende Stellungnahmen sind bis dato eingetroffen:

 

Stellungnahme der SPÖ
Renate Csörgits - Sozialsprecherin und Dr. Sabine Oberhauser - Gesundheitssprecherin

 

Stellungnahme Die Grünen 
Univ. Prof. Dr. Kurt Grünewald - Gesundheitssprecher

 

Stellungnahme Die Grünen
Karl Öllinger - Sozialsprecher

 

Stellungnahme FPÖ
Herbert Kickl - Sozialsprecher

 

Stellungnahme Liste Fritz - Bürgerforum Österreich


Stellungnahme KPÖ

Stellungnahme Liberales Forum
Dr. Daphne Frankl

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