12.09.2003
Pflegeombudsmann in Wien
Seit heute gibt es einen Pflegeombudsmann, er wurde von der Stadt Wien installiert.
Oder sollte man eher sagen von der Frau Stadtrat?
Es ist einerseits eigenartig, dass bei der Bestellung dieses Amtes die Vertreter des Pflegeberufes übergangen oder besser gesagt ignoriert wurden, andererseits geradezu unglaublich, dass Herr Dr. Vogt dieses Amt angenommen hat.
Seit langem gibt es einen Patientenanwalt, dieser wird in der Regel ein Jurist sein, er zieht in seiner Entscheidung in medizinischen Belangen Ärzte zu Rate.
Daher ist es doch legitim in pflegerischen Belangen Pflegefachkräfte zuzuziehen. Denn nur diese sind in dieser Causa kompetent.
Aber nein, es wird ein Unfallchirurg bestellt, er ist weder Jurist, noch ist er ausgebildeter Pfleger. Glaubt man wirklich, dass eine in diesen Belangen unkompetente Person, ohne die Qualitäten Dr. Vogts schmälern zu wollen, hier am richtigen Platz ist?
Dieses Krisenmanagement zaubert augenscheinlich gedankenlos eine passende Figur aus dem Zylinder und glaubt wahrscheinlich den Stein des Weisen gefunden zu haben.
Dass jedoch die Krise hausgemacht ist, indem bestehende Dienstposten nicht besetzt werden, andererseits eine minimalistische Dienstpostengestaltung besteht, übersieht man großzügig. Ein Sündenbock wurde auch schnell gefunden, es ist der Pflegedirektor, es sind die Pflegenden, aber die werden nun nicht einmal gefragt, ein ganzer selbstständiger Berufsstand wird ignoriert.
Es wird Zeit, dass die verantwortlichen Politiker, bundes- und landesweit, Farbe bekennen. Was ist uns unsere Gesundheit wert? Wie können wir Strukturen schaffen, um unsere Kranken, unsere Alten versorgen zu können, ohne ständig einem finanziellen Druck zu unterliegen? Wie viel sind wir bereit auszugeben. Hiezu sind die Volksvertreter gewählt, dafür bezahlen wir sie! Vielleicht sollte man auch hier eine Qualitätssicherung im Sinne eines Qualitätsmanagements einführen, auch Politiker sollten Qualität haben!
Wir fordern die Verantwortlichen auf, wenn es um Pflege geht, sich mit den Experten der Pflege auseinander zu setzen.
Der Ansprechpartner in dieser kritischen Situation muss der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) sein, der schon seit langem entsprechende Forderungen zur Qualitätserhöhung stellt und auch schon genügend umsetzbare Konzepte entwickelt und zuständigen Politikern vorgestellt hat
Wir fordern alle Pflegenden in Österreich auf Stellung zu beziehen, ihre Meinung zu äußern und sich dafür einzusetzen, dass Pflege von Pflegeexperten kontrolliert wird und nicht von berufsfremden Personen oder ist es heutzutage üblich, dass der Rauchfangkehrer dem Elektriker sagt was Qualität ist…..???????????
Barbara Resinger
Vorsitzende ÖGKV Landesverband Burgenland