Lange Nacht der Pflege 2012
Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband Landesverband Steiermark, veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem LKH Hartberg und den regionalen Gesundheitsleistern am 15. Mai 2012 in der Stadtwerke-Hartberg-Halle „Die Lange Nacht der Pflege“.
Der Internationale Tag der Pflegenden geht auf den Geburtstag von Florence Nightingale zurück. Der ICN (International Council of Nurses) gibt jährlich ein Generalthema für diesen besonderen Tag heraus. Heuer lautet es: Gesundheitslücken schließen – vom Wissen zum Handeln. Es ist die Aufgabe der Berufsverbände dieses Thema aufzugreifen und auf die Nationale Ebene herunter zu brechen. Der ÖGKV, Landesverband Steiermark in Kooperation mit dem LKH Hartberg und den regionalen Leistungsanbietern hat deshalb die Lange Nacht unter dem Motto „Pflege vernetzt“ gestellt. Die Landesvorsitzende Cäcilia Petek, Bakk. phil. dankte bei der Eröffnung allen Pflegepersonen für ihre hervorragende Arbeit und den täglichen unermüdlichen Einsatz am Menschen.
Die Pflege hat im Netzwerk Gesundheitsversorgung in ihrer Vielfältigkeit und Aufgabenstellung in unserer Gesellschaft einen ganz besonderen Stellenwert. Das bewies auch das große Interesse der TeilnehmerInnen an dieser Veranstaltung. Informationsstände und Fachvorträge, die Interessantes, Informatives und zukunftsversprechende Perspektiven der Pflege aufzeigten standen im Mittelpunkt der Langen Nacht der Pflege. Als Moderator fungierte Primar Dr. Kurt Resetarits, der mit launigen Worten durch diese Veranstaltung führte.
Prof. Christel Bienstein, die herausragende Persönlichkeit der Pflege im deutschsprachigen Raum, begeisterte mit ihrem Vortrag „Pflege vernetzt“. Sie skizzierte die zukünftigen Herausforderungen der Pflege aufgrund von gesellschaftlichen und demographischen Entwicklungen. Diese können nur im Zusammenwirken mit anderen Berufsgruppen, der Politik und Netzwerken gelöst werden. Prof. Bienstein beeindruckte mit theoretisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sie mittels Ergebnisse ihrer Studien und Projekte präsentierte. Sie betonte, das Ziel und Zweck der Pflegewissenschaft ist, den immer komplexer werdenden Pflegesituationen mit adäquatem Wissen zu begegnen. In ihrem Vortrag wurde deutlich, dass Prof. Bienstein dem Anspruch gerecht wird, Pflegewissenschaft und Pflegepraxis erfolgreich miteinander zu verknüpfen. Sie ermutigte alle anwesenden Kollegen und Kolleginnen zum Eintritt in den Berufsverband. Denn nur durch gemeinsame „Stärke“ kann die Pflege den zukünftigen Herausforderungen erfolgreich begegnen.
Prof. Dr. Regina Roller-Wirnsberger zeigte in ihrem Vortrag „Autonomie versus Einschränkung“ die wichtigen Aufgaben der Pflege im Zusammenwirken bei der Betreuung und Pflege alter Menschen auf. Dies bedeutet unter anderem, dass pflegerische Kenntnisse und Fähigkeiten für die Betreuung älterer und gerontopsychiatrischer erkrankter Menschen erweitert werden müssen. Die Verlagerung auf Prävention und Rehabilitation verlangt von Pflegepersonen daher auch vermehrt Kompetenzen im Bereich von Anleitung und Beratung pflegebedürftiger Menschen und deren Angehöriger, um so Hilfen zur Alltagsbewältigung bereitstellen zu können.
Mag. Dr. Monika Hoffberger präsentierte in ihrem Vortrag „Vom Wissen zum Handeln“ die Möglichkeiten und Grenzen einer patientenorientierten Vernetzung im Gesundheitswesen.
Im Workshop „Komplementäre Pflege“ mit DGKS Andrea Zangenfeind MSc, erfuhren die interessierten ZuhörerInnen über die Wirkungsweise von Heilpflanzen sowie den unterschiedlichen Einsatz bei Kindern und Erwachsenen.
Im Workshop „Hand in Hand“ mit Frau L. Wehner M. A., bekamen die Pflegenden wichtige Impulse für die Aktivierung, Förderung und Betreuung von Klienten und Patienten um die Lebensqualität für den hochbetagten oder an Demenz erkrankten Menschen zu ermöglichen.
Zum Abschluss der Langen Nacht zeigte Herr Christoph Emmelmann, ein Lachtherapeut, dass jeder lachen kann, einfach so, ohne Witz und ohne Grund! Das Rezept dazu klingt recht einfach: Ein Mix aus Rollenspielen (spielerische Lach-Übungen) und das Wissen neuzeitlicher Lachforschung (Gelotologie). So können die Freude-Zentren im Gehirn durch bewusst angeregtes Lächeln und Lachen aktiviert werden. Das Sprichwort „Lachen ist ansteckend“ funktionierte auch bei allen anwesenden TeilnehmerInnen der Langen Nacht – wie auf Knopfdruck erschallte das Lachen in der Hartberg-Halle. Eine wichtige Erkenntnis konnten alle mitnehmen: Lachen ist trainierbar, denn jeder Mensch kann lachen und hat
Die Leistungsanbieter präsentierten sich mit ihren Informationsständen und waren über das Interesse der BesucherInnen der Langen Nacht sehr zufrieden.
Der besondere Dank gilt allen, die zum Gelingen der Langen Nacht mitgewirkt haben!





