Pflegeausbildung im internationalen Vergleich
Von Susanna Schaffer
In Tschechien herrscht derzeit ein Mangel an gut ausgebildeten Pflegekräften. Die Problematik liegt darin, dass die Entlohnung gering ist und dass viele gut ausgebildete Pflegekräfte in die westlichen Staaten der EU abwandern.
Über eine Einladung des ÖGKV konnte ich im Mai 2009 an der Silesian University in Opava (Tschechische Republik) an der diesjährigen Nursing Conference teilnehmen. Mein Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema: Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich mit Fokus auf das Bundesland Steiermark.
Prof. Dr. Dagmar Matiliakova ist Head of the Institute of Nursing and Faculty of Public Policies in Opava und Organisatorin der Konferenz. Die Pflegeausbildung in Opava wird einerseits an einer Highschool und anderseits an der Universität organisiert. Ich hatte die Möglichkeit die Ausbildung am tertiären Bildungssektor der Silesian Universität kennenzulernen. Überrascht war ich von der guten Ausstattung der universitären Lehrveranstaltungsräume. Ein Ziel von Prof. Mastiliakova ist es, Studierenden ein Auslandspraktikum, z.B. in Österreich, zu ermöglichen.
Es ist für uns EuropäerInnen wichtig, sich mit der Pflegesituation im eigenen Land auseinanderzusetzen, jedoch muss die Gesamtsituation am Pflegesektor in Europa betrachtet werden. Vergleichbarkeit in der Ausbildung, im Tätigkeitsprofil, in den Weiterbildungsmöglichkeiten müssen erarbeitet und umgesetzt werden. Die Notwendigkeit der Mehrsprachigkeit soll in unserem Beruf anerkannt werden.
Auch unsere Pflegekongresse und Konferenzen sind international zu gestalten, um so einen notwendigen Wissenstransfer in der Gesundheits- und Krankenpflege innerhalb der Europäischen Union zu fördern.