17. November 2010
PRÄMIERUNG VON FACHBEREICHSARBEITEN
Von MMag. Erika Stelzl
Im Rahmen der Hauptversammlung des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, Landesverband Steiermark am 11.11.2010 fand die Prämierung der Fachbereichsarbeiten von Schüler und Schülerinnen der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen der Steiermark statt. Diese Prämierung findet jedes 2. Jahr statt und wird vom Landesverband Steiermark in Form von Geldpreisen vorgenommen. Für den 1. Preis wird 700 Euro, den 2. Preis 350 Euro und den 3. Preis 150 Euro vergeben.
Vorerst wird vom Vorstand des Landesverbandes ein Thema gewählt – in diesem Fall war es „Der Mensch mit dementiellen Veränderungen“. Das gewählte Thema wird mit Terminvorgaben und Bewertungskriterien an die steirischen Gesundheits- und Krankenpflegeschule versandt. Die eingereichten Arbeiten werden danach von einer Jury begutachtet.
Die Jury wird von Frau MMag. Erika Stelzl geleitet und besteht aus LehrerInnen der Gesundheits- und Krankenpflege und KollegInnen aus der Praxis, die Erfahrungen mit wissenschaftlichen Arbeiten aufweisen. Es wird nach bestimmten Bewertungskriterien vorgegangen, wobei als entscheidende Kriterien Aktualität, wissenschaftliche Aufarbeitung aber auch Originalität und Kreativität zu nennen sind. Als wesentlich wird erachtet, dass die Arbeit ein „Zugewinn“ für die Pflege darstellt.
Die Jury hat befunden, dass die Arbeit „Biografiearbeit anhand des psychosozialen Modells von Erik Homburger Erikson“ von Frau DGKS Angelika Lind diese Anforderungen erfüllt hat und ihr wurde der 1. Preis zugesprochen.
In der Fachbereichsarbeit setzte sich Frau Lind mit den psychosozialen Modell von E.H. Erikson auseinander. Nach Erikson bildet der Mensch im Verlaufe der einzelnen Lebensphasen seine psychosoziale Identität. Diese entfaltet sich im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen und Wünschen des Individuums und den, sich im Laufe der Entwicklung permanent verändernden Anforderungen der sozialen Umwelt. Aufgrund dieser unausweichlichen Auseinandersetzung entwickelt der Mensch gleichzeitig lebensnotwenige Bewältigungsstrategien, die für ihn lebenslange Bedeutung bekommen und Erikson als Entwicklungsaufgabe bezeichnet. Mit Hilfe des narrativen Interviews zeigte Frau Lind auf, welche Wendepunkte im Leben des Biograhieträgers prägend waren und legt damit eine Informationsquelle vor, die für die Langzeitpflege bedeutsam ist.
Frau Lind wurde bei ihrer Fachbereichsarbeit von Frau Dir. Mag. Dr. Christine Zischmaier-Lux und Frau Christa Fritz (Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege) von der Allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflegeschule Stolzalpe begleitet und betreut. Beide waren aus beruflichen Gründen bei der Preisüberreichung verhindert, ließen aber der Preisträgerin die besten Grüße und Glückwünsche ausrichten.